Als ich neulich bei Bekannten das WLAN einrichten sollte, stellte sich wieder dieselbe Frage: Wie sicher ist der Router wirklich? Router sind das Tor zum Heimnetz — und trotzdem behandeln viele Nutzer:innen sie wie ein schwarzes Kästchen. In diesem Artikel schaue ich mir zwei der häufigsten Kandidaten im Haushalt genauer an: TP‑Link Archer-Modelle und die Fritz!Box von AVM. Ich beschreibe typische Schwachstellen, wie die Hersteller damit umgehen und was du konkret prüfen solltest, um dein Heimnetz zu schützen.
Warum Router‑Sicherheit wichtig ist
Der Router ist nicht nur für Internetzugang zuständig. Er verwaltet DNS, Netzwerkadressierung, Portweiterleitungen und oft Smart‑Home‑Geräte. Kompromittiert ein Angreifer den Router, kann er Netzwerkverkehr mitlesen, Geräte manipulieren oder Hintertüren aufbauen. Ich habe in diversen Tests beobachtet, dass viele Sicherheitsprobleme weniger an fehlenden Funktionen, sondern an schlechter Konfiguration, veralteter Firmware oder Standardpasswörtern liegen.
Typische Angriffsflächen
TP‑Link Archer – Stärken und Schwächen
TP‑Link bietet mit der Archer‑Serie eine breite Produktpalette, vom günstigen Einsteigergerät bis zur leistungsfähigen Gaming‑Box. In meinen Hands‑on‑Tests fallen zwei Dinge auf:
Technisch unterstützen viele Archer‑Modelle aktuelle Standards wie WPA3, mehrere SSIDs und Gastnetzwerke. Allerdings habe ich bei einigen Modellen beobachtet, dass Funktionen wie UPnP standardmäßig aktiviert sind und dass das Webinterface teilweise nur mit einfachen Zugangsprüfungen arbeitet. Bei älteren Modellen findet man außerdem noch WPS‑Implementierungen, die schnell zur Gefahr werden können.
Fritz!Box – Stärken und Schwächen
Die Fritz!Box ist in Deutschland sehr verbreitet und punktet bei mir durch regelmäßige Updates und eine ausgereifte Benutzeroberfläche. AVM legt großen Wert auf Sicherheit: Die meisten aktuellen Fritz!Box‑Modelle bieten automatische Updates, eine klare Trennung von Gastnetz und LAN sowie ein robustes FRITZ!OS mit vielen Sicherheitsoptionen.
Konkreter Sicherheitscheck: Einstellungen, die ich sofort prüfe
Wenn ich einen Router in die Hände bekomme, laufe ich eine kurze Checkliste durch. Du kannst das genauso machen:
Tabelle: Vergleich wichtiger Sicherheitsfeatures
| Feature | TP‑Link Archer (typisch) | Fritz!Box (typisch) |
|---|---|---|
| Automatische Firmware‑Updates | Manche Modelle unterstützen, häufig manuell | Ja, bei aktuellen Modellen standardmäßig |
| WPA3 | Verfügbar bei neueren Modellen | Verfügbar bei neueren Modellen |
| UPnP Standardstatus | Oft aktiviert | Meist deaktivierbar, nicht zwangsläufig aktiv |
| Remote‑Zugriff | Verfügbar, muss deaktiviert werden | MyFRITZ/Remote möglich, sicher implementiert, aber konfigurierbar |
| VPN‑Server | Je nach Modell begrenzt | Gute Integration (IPSec, VPN‑Client/Server) |
Häufige Fehlkonfigurationen — Beispiele aus der Praxis
Ich habe Haushalte gesehen, in denen das Gastnetz offen war und Besuch automatisch ins Gerätelabor reisen konnte. Ein anderes Mal war UPnP so freigiebig, dass eine Spielekonsole Ports öffnete, ohne dass die Besitzerinnen es bemerkten — ein Rezept für ungewollte Exposition. Bei einem TP‑Link‑Gerät fand ich ein altes Firmware‑Release mit bekannten CVEs, weil das Update nie manuell angestoßen worden war.
Praktische Hardening‑Schritte, die ich sofort empfehle
Was tun, wenn dein Router kompromittiert wurde?
Falls du Anzeichen siehst (unerklärliche Neustarts, unbekannte Portöffnungen, veränderte DNS‑Einstellungen), triff ich diese Schritte:
Fazit für den Alltag — mein Rat
Zwischen TP‑Link Archer und Fritz!Box gibt es keine pauschale Siegerin in puncto Sicherheit. Die Fritz!Box punktet oft mit besserer Update‑Politik und tiefer integrierten Sicherheitsfunktionen — das macht sie für viele Privathaushalte zur bequemeren Wahl. TP‑Link bietet mit der Archer‑Serie sehr gute Geräte, erfordert aber bei günstigen Modellen mehr Aufmerksamkeit bei Updates und Einstellungen.
Wichtig ist: Sicherheit hängt weniger von der Marke ab als von deiner Konfiguration und Pflege. Ich empfehle: Investiere Zeit in das Einrichten, aktiviere Updates, trenne IoT vom Hauptnetz und sei misstrauisch bei Remote‑Funktionen. So machst du dein Heimnetz deutlich widerstandsfähiger — und das ist mir als Technikjournalistin und Nutzerin wichtiger als jedes Feature‑Benchmark.