Als jemand, die sich täglich mit Software, KI und praktischen Tests beschäftigt, habe ich mich gefragt: Wie viel echtes Wissen steckt in KI‑Übersetzern wie DeepL und Google Translate? Die Oberfläche macht den Eindruck von Perfektion — flüssige Sätze, schnelle Ergebnisse, oft ohne offensichtliche Fehler. Aber reicht das für anspruchsvolle Texte, Fachdokumentation oder rechtliche Formulierungen? In diesem Artikel nehme ich drei Fallstudien unter die Lupe und zeige, wo die Stärken und Schwächen liegen. Ich beschreibe meine Methoden offen, nenne Quellen und verlinke zu weiterführenden Materialen.
Methodik: Wie ich die Tests durchgeführt habe
Transparenz ist mir wichtig. Bei jedem Test habe ich folgenden Ablauf eingehalten:
Quellen und weiterführende Literatur am Ende jedes Fallbeispiels.
Fallstudie 1 — Literarischer Auszug: Stil treu oder nur Wort für Wort?
Ich habe einen Ausschnitt aus einem modernen deutschsprachigen Kurztext gewählt (Erzählende Sprache, Metaphern, stilistische Feinheiten). Ziel: Prüfen, ob die Übersetzer nur semantisch übertragen oder auch Ton und Stil bewahren.
Ergebnis (Kurzbeschreibung):
Beispiel (vereinfacht): Original: „Der Abend legte seinen Mantel über die Stadt.“
Interpretation: Für literarische Inhalte ist DeepL tendenziell besser geeignet, aber keines der Tools ersetzt menschliche Lektoren. Beide neigen dazu, kreative Sprachbilder zu nivellieren oder zu literal zu übersetzen.
Quellen: Studien zur literarischen MT-Übersetzung (z. B. P. Simard et al.), DeepL‑Technikbeschreibungen auf deepL.com/tech (siehe Whitepaper).
Fallstudie 2 — Technische Dokumentation: Terminologie und Präzision
Ich habe einen Abschnitt aus einem API‑Handbuch und eine Fehlerbeschreibung aus einer Softwaredokumentation getestet. Wichtige Kriterien: korrekte Fachbegriffe, genaue Handlungsschritte, Unmissverständlichkeit — ein falscher Begriff kann hier fatale Folgen haben.
Ergebnis (Kurzbeschreibung):
Tieferer Befund: Beide Systeme haben Probleme mit Kontext, der nur im vor- und nachgelagerten Dokument sichtbar ist. Beispiele:
Praktische Empfehlung: Bei technischer Dokumentation Glossare, TM (Translation Memory) und Terminologie‑Management einsetzen. Für vertrauliche technische Inhalte prüfe ich On‑Prem‑Lösungen (z. B. DeepL Pro mit Unternehmenshosting) oder Self‑hosted MT für maximale Kontrolle.
Quellen: Google Cloud Translation Dokumentation zu Glossaries, DeepL Pro Features, ACM‑Publikationen zu MT & Terminologie.
Fallstudie 3 — Rechtliches / Verwaltung: Haftung und Präzision
Ich habe einen Abschnitt eines amtlichen Formulars / einer Allgemeinen Geschäftsbedingung (AGB) übersetzen lassen. Hier zählen jedes Wort und die rechtliche Verbindlichkeit.
Ergebnis (Kurzbeschreibung):
Besondere Risiken:
Praktische Maßnahmen: Automatische Übersetzungen als Rohentwurf verwenden, immer Juristen/Korrekturleser einsetzen, für offizielle Zwecke zertifizierte menschliche Übersetzer heranziehen.
Quellen: EU‑Glossare (IATE), juristische Übersetzungsstandards, Veröffentlichungen von Übersetzerverbänden.
Vergleichstabelle: DeepL vs Google Translate (Kurzüberblick)
| Kriterium | DeepL | Google Translate |
|---|---|---|
| Flüssigkeit / Stil | Sehr gut, oft idiomatisch | Gut, manchmal zu wörtlich |
| Technische Terminologie | Sehr gut, Glossar‑Support in Pro | Gut, API bietet Glossare |
| Literarische Übersetzung | Besser bei Metaphern | Wörtlicher, riskanter für Stil |
| Datenschutz / On‑Prem | DeepL Pro On‑Prem möglich | Google Cloud Regionale Optionen |
| API & Integrationen | Gute API, Integrationen | Sehr umfassende Cloud‑Ecosystem |
| Fehlerarten | Stilglättung, Terminologievarianten | Literalität, Syntaxveränderungen |
Schlussbemerkungen zur praktischen Nutzung (kein Fazit)
Was nehme ich persönlich aus den Tests mit? KI‑Übersetzer sind heute beeindruckend nützlich: Sie sparen Zeit, liefern brauchbare Rohübersetzungen und sind in vielen Alltagsfällen ausreichend. Aber es gibt klare Grenzen:
Datenschutz: Wenn Texte vertrauliche Informationen enthalten, achte auf Provider‑Optionen (z. B. DeepL Pro, Google Cloud mit regionaler Datenhaltung). Lies die Nutzungsbedingungen genau — einige Dienste können Metadaten nutzen, um Modelle zu verbessern (oder bieten dagegen kostenpflichtige Ausnahmen an).
Wenn Sie möchten, kann ich die Originaltexte, die ich getestet habe, anonymisiert und kommentiert zur Verfügung stellen oder die Tests als herunterladbares Paket mit Vergleichsübersetzungen und Fehlerannotationen bereitstellen. Sagen Sie mir, welche Fallstudie Sie vertiefen wollen — ich arbeite gern detaillierte Checklisten und Vorlagen für den Einsatz von KI‑Übersetzern in Redaktion, Produktdokumentation oder Recht aus.